Dr. Djordje Zivkovic
Partner

Dr. Djordje Zivkovic
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Dr. Djordje Zivkovic verfügt über einen soliden Hintergrund in Strategie und Finanzen, der auf akademischer Exzellenz und praktischer Beratungserfahrung basiert. Als Postdoktorand an führenden Institutionen wie der Universität St. Gallen und der Universität Liechtenstein wendet er analytisches Denken und strategische Weitsicht an der sich entwickelnden Schnittstelle von Strategie, Innovation und Finanzen an — unter anderem im Kontext von faktorbasiertem Investieren und moderner Vermögensverwaltung. Seine Berufserfahrung umfasst strategische Beratung und Finanzberatung, wo er die Finanzanalyse nutzte, um die Entwicklung datengestützter Strategien und Entscheidungsansätze für Unternehmenskunden zu unterstützen. Er hat einen Doktortitel (summa cum laude) in Betriebswirtschaft und einen Master of Arts in Rechnungswesen und Finanzen. Er wurde für seine akademischen Leistungen und seinen datengestützten Ansatz ausgezeichnet. Er wurde für herausragende Forschungsarbeiten mit dem Preis für die beste Dissertation der liechtensteinischen Regierung ausgezeichnet und für die Teilnahme an der renommierten Lindauer Nobelpreisträgertagung für Wirtschaftswissenschaften ausgewählt. Als leidenschaftlicher Schachspieler und mehrfacher Münchner Jugendmeister mag er auch Fußball und Tennis, wo er intellektuelle Strenge mit athletischer Disziplin in Einklang bringt.
Investieren in Produktivität: Ein Überblick über den Averdas-Ansatz
Was macht ein Unternehmen zu einem Produktivitätsführer? Ist es eine außergewöhnlich hohe Marge, ein effizientes Produktionssystem oder die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen profitabel zu bleiben? Die Antwort hängt davon ab, welcher Aspekt der Unternehmensleistung betrachtet wird. Genau hier setzt der Averdas-Ansatz an: Produktivität wird nicht auf einen einzelnen Faktor reduziert, sondern als Zusammenspiel verschiedener Unternehmensfähigkeiten verstanden.
Für institutionelle Investoren und Vermögensverwalter ist diese Perspektive entscheidend, da die Qualität eines Unternehmens nicht immer durch eine isolierte Finanzkennzahl erfasst werden kann. Produktivität entsteht durch die Art und Weise, wie ein Unternehmen operiert – wie es seine Vermögenswerte nutzt, Prozesse gestaltet, auf Veränderungen reagiert und knappe Ressourcen einsetzt. Das Averdas-Framework macht diese Zusammenhänge zum Ausgangspunkt für eine systematische Analyse.
Produktivität ist mehr als Kosteneffizienz
Im herkömmlichen Sinne beschreibt Produktivität das Verhältnis zwischen eingesetzten Ressourcen und erzielten Ergebnissen. Diese Definition ist nützlich, greift aber für eine umfassende Unternehmensanalyse zu kurz. Sie erklärt beispielsweise nicht vollständig, warum zwei Unternehmen mit ähnlichen Kostenstrukturen sehr unterschiedlich auf Lieferkettenunterbrechungen, technologischen Wandel oder neue regulatorische Anforderungen reagieren können.
Eine breitere Produktivitätsperspektive stellt daher mehrere Fragen:
- Wie effektiv nutzt ein Unternehmen seine Vermögenswerte?
- Wie effizient und skalierbar sind seine Prozesse?
- Wie gut kann es seine Leistung und Wertschöpfung unter sich wandelnden Bedingungen aufrechterhalten?
- Wie effektiv und verantwortungsbewusst nutzt es die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen?
Die vier Averdas-Faktoren adressieren diese Fragen. Sie sollten nicht als isolierte Kennzahlen betrachtet werden, sondern als unterschiedliche Perspektiven auf die operative und strukturelle Qualität eines Unternehmens.
Die vier Produktivitätsfaktoren des Averdas-Ansatzes
1. Asset-Produktivität: Effektive Nutzung von Vermögenswerten
Die Asset-Produktivität beschreibt, wie produktiv ein Unternehmen seine Vermögenswerte einsetzt. Je nach Geschäftsmodell können dies Produktionsanlagen, technologische Infrastruktur oder andere für die Wertschöpfung zentrale Vermögenswerte sein.
Der entscheidende Punkt ist nicht einfach die Größe der Vermögensbasis eines Unternehmens. Die relevantere Frage ist, welchen Beitrag diese Vermögenswerte zur Wertschöpfung leisten. Ein Unternehmen kann über eine umfangreiche Infrastruktur verfügen und diese dennoch ineffizient nutzen. Umgekehrt kann ein fokussiertes Geschäftsmodell mit einer vergleichsweise schlanken Vermögensbasis ein hohes Maß an operativer Effektivität erreichen.
Für analytische Zwecke sollten Qualität und Auslastung der Vermögenswerte daher immer im Kontext des jeweiligen Geschäftsmodells betrachtet werden. Branchen unterscheiden sich in ihrer Kapitalintensität, ihren Technologiezyklen und ihren Auslastungsmustern. Ein aussagekräftiger Vergleich muss diese Unterschiede berücksichtigen.
2. Prozessproduktivität: Abläufe in bessere Ergebnisse verwandeln
Die Prozessproduktivität konzentriert sich darauf, wie ein Unternehmen seine Betriebsabläufe organisiert und ausführt. Prozesse verbinden Ressourcen und Vermögenswerte mit Ergebnissen: Sie beeinflussen, wie schnell, zuverlässig und skalierbar ein Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen bereitstellen kann.
Produktivität lässt sich durch weniger Reibungspunkte, bessere Informationsflüsse, Automatisierung oder klarere Organisationsstrukturen steigern. Technologien wie fortschrittliche Analytik, künstliche Intelligenz, Software und intelligente Automatisierung können diese Entwicklungen unterstützen. Technologie allein ist jedoch kein Beleg für eine höhere Produktivität. Die entscheidende Frage ist, ob sie in bessere Prozesse und zuverlässigere Ergebnisse übersetzt wird.
Diese Prozessperspektive hilft dabei, über die reine Investition in Technologie oder Digitalisierung hinauszublicken. Sie fragt nicht nur, welche Systeme ein Unternehmen nutzt, sondern auch, wie diese in das Geschäftsmodell eingebettet sind.
3. Resilienzproduktivität: Leistung im Wandel aufrechterhalten
Resilienzproduktivität beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, auch unter sich ändernden oder anspruchsvollen Bedingungen produktiv zu bleiben. Zu diesen Bedingungen können Nachfrageschwankungen, Unterbrechungen der Lieferkette, technologische Disruptionen oder andere externe Schocks gehören.
Resilienz sollte nicht mit dem bloßen Erhalt des Status quo verwechselt werden. Ein produktivitätsstarkes, resilientes Unternehmen bewahrt nicht nur bestehende Strukturen. Es kann Prozesse anpassen, Ressourcen neu zuweisen und veränderte Bedingungen in Handlungschancen verwandeln. Resilienz verbindet daher Stabilität mit Anpassungsfähigkeit.
Für Investoren bietet diese Perspektive eine zusätzliche Möglichkeit, die Qualität eines Unternehmens zu beurteilen. Historische Effizienz allein sagt wenig darüber aus, wie ein Geschäftsmodell auf neue Bedingungen reagieren wird. Die Analyse sollte daher auch berücksichtigen, wie ein Unternehmen mit Unsicherheit umgeht und ob seine Betriebsstruktur Anpassungen zulässt.
4. Ressourcenproduktivität: Effektive Nutzung knapper Ressourcen
Die Ressourcenproduktivität befasst sich mit dem Einsatz knapper Ressourcen. Je nach Geschäftsmodell können dies Materialien, Energie, Arbeit, Zeit, Kapital und Daten sein.
Eine höhere Ressourcenproduktivität kann durch weniger Abfall, einen effizienteren Energie- und Materialeinsatz, eine bessere Planung oder eine effektivere Verknüpfung von Daten und Entscheidungen erreicht werden. Auch hier ist der Kontext entscheidend. Ein Unternehmen sollte nicht allein anhand einer einzelnen Verbrauchszahl bewertet werden. Entscheidend ist, wie der Ressourceneinsatz mit Leistung, Qualität und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit zusammenhängt.
Diese Dimension verbindet operative Effizienz und Nachhaltigkeit, ohne die beiden Konzepte gleichzusetzen. Sie lenkt den Fokus darauf, wie Unternehmen dauerhaften Wert schaffen können, während sie innerhalb begrenzter Ressourcen agieren.
Von vier Faktoren zu einer kohärenten Investitionsperspektive
Die vier Faktoren sind am nützlichsten, wenn sie gemeinsam betrachtet werden. Ein Unternehmen kann seine Vermögenswerte sehr effizient nutzen und dennoch verwundbar sein, weil seine Prozesse fragil sind. Ein anderes Unternehmen verfügt möglicherweise über robuste Betriebsabläufe, nutzt seine Ressourcen jedoch ineffektiv. Eine mehrdimensionale Perspektive hilft dabei, diese Unterschiede sichtbar zu machen.
Der Averdas-Ansatz folgt einer klaren analytischen Logik:
- Produktivität definieren: Identifizieren Sie zunächst, welche Dimensionen für die Analyse relevant sind.
- Unternehmen vergleichbar machen: Bewerten Sie Produktivitätsmerkmale im Kontext des Geschäftsmodells und der Branche.
- Zusammenhänge erkennen: Interpretieren Sie die Faktoren nicht isoliert, sondern als Teil eines umfassenderen Leistungsprofils.
- Investitionsperspektiven entwickeln: Nutzen Sie die Analyse als Grundlage für eine systematische Betrachtung von Unternehmen und deren strukturellen Merkmalen.
Dies bedeutet nicht, dass ein einzelnes Signal automatisch zu einer Investitionsentscheidung führen sollte. Produktivität ist eine analytische Perspektive – kein Versprechen auf eine bestimmte Rendite und kein Ersatz für eine umfassende Investitionsprüfung.
Warum Innovation nur ein Teil der Geschichte ist
Innovation kann die Produktivität auf wichtige Weise unterstützen. Neue Technologien, effizientere Methoden oder verbesserte Produkte können die Art und Weise verändern, wie ein Unternehmen Wert schafft. Innovation allein beantwortet jedoch nicht die Frage, ob ein Unternehmen diese Chancen auch effektiv umsetzen kann.
Erst das Zusammenspiel aus leistungsfähigen Prozessen, effektiv genutzten Vermögenswerten, resilienten Strukturen und einem verantwortungsvollen Ressourceneinsatz zeigt, wie nachhaltig eine Innovation im operativen Alltag ist. Deshalb erweitert der Averdas-Ansatz die Perspektive von „Innovation“ hin zu „Produktivität“.
Dieser Wechsel verlagert den Fokus von der Idee selbst auf deren Wirkung innerhalb des gesamten Unternehmenssystems. Für die Unternehmensanalyse bedeutet dies, dass technologischer oder wissenschaftlicher Fortschritt nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Die Fähigkeit, diesen Fortschritt in wiederholbare und robuste Wertschöpfung zu übersetzen, ist ebenso relevant.
Die Grenzen der Produktivitätsanalyse
Eine sorgfältige Produktivitätsanalyse erfordert klare Definitionen und verlässliche Daten. Nicht jede relevante Unternehmensfähigkeit lässt sich direkt messen. Zudem unterscheiden sich Branchen, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten erheblich. Vergleiche sind nur dann aussagekräftig, wenn die jeweiligen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Quantitative Kennzahlen sollten ebenfalls nicht isoliert betrachtet werden. Datenqualität, Zeithorizont, Bilanzierung, Unternehmensgröße und Sondereffekte können ihre Aussagekraft beeinflussen. Die vier Faktoren bieten einen strukturierten Rahmen, ersetzen jedoch nicht die fachliche Beurteilung einzelner Unternehmen oder die Bewertung von Bewertung, Risiken und Portfoliokontext.
Fazit: Produktivität als systematische Sicht auf Unternehmensqualität
Der Averdas-Ansatz versteht Produktivität als mehr als nur Effizienz oder Kostensenkung. Asset-Produktivität, Prozessproduktivität, Resilienz-Produktivität und Ressourcenproduktivität bieten vier Perspektiven darauf, wie Unternehmen ihre Mittel einsetzen, ihre Abläufe organisieren, auf Veränderungen reagieren und langfristig Werte schaffen.
Für institutionelle Anleger und Vermögensverwalter bietet dieser Rahmen eine differenziertere Sicht auf die Unternehmensqualität. Er lenkt den Fokus auf die operativen Grundlagen der Wertschöpfung – und auf die Fähigkeit eines Unternehmens, diese Grundlagen unter sich wandelnden Bedingungen effektiv zu nutzen.

